26. März

19:30 Uhr

Wartesaal für allerhöchste Herrschaften; Am Bahnhof in Starnberg

Karten kaufen →

← zur Übersicht

"Kinder- und Hausmärchen" der Brüder Grimm

"Kinder- und Hausmärchen" der Brüder Grimm

Programm

Und weil sie nicht gestorben sind ..."

Ein Bilderbogen in Wort und Musik zum 200. Jahrestag der
„Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm
Mit Klavierkompositionen von Beethoven, Schubert, Mendelssohn und anderen

Rezitation: Barbara Auer
Klavier: Sebastian Knauer
Text: Wolfgang Knauer

Faszination Märchen: Ob Märchenfilme, Märchenhochzeiten oder Fußball-Sommermärchen – im Zeitalter von High Tech und Internet scheint der Bedarf an Traumfantasien und Geschichten von wunderbaren Fügungen und Glücksmomenten größer zu sein denn je. Stellvertretend für die Sehnsüchte nach märchenhafter Wirklichkeit fei- ern Dornröschen und Co. fröhliche Urständ, und die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm, die sie vor zweihundert Jahren zu anscheinend unverwüstlichem Lesestoff verarbeitet haben, sind so populär wie eh und je. Grund genug, das Jubiläum ihrer erstmals 1812 veröffentlichten „Kinder- und Hausmärchen“ mit einem musikalischen umrahmten Erzählabend zu feiern.

Sebastian Knauers neue Produktion aus seiner mittlerweile langen Reihe „Wort trifft Musik“ schlägt einen Bogen von der Entstehungszeit der Grimm’schen Märchen in unsere Gegenwart: Begleitet von Musik der damals führenden Komponisten, werden die alten Fabeln von schönen Prinzessinnen, verzauberten Königssöhnen, bösen Feen und guten Geistern in die Moderne transponiert und dabei gelegentlich gegen den „bürgerlichen“ Strich gebürstet, auf den die bei- den Märchensammler sorgsam geachtet hatten. So erscheint der „gestiefelte Kater“ als erfolg- reicher Karriere-Manager, Aschenputtel als selbstbewusst emanzipierte Aufsteigerin, und bei „Schneewittchen und den sieben Zwergen“ taucht die Frage nach versteckten erotischen An- spielungen auf.

Aber auch den Motiven, die das Brüderpaar aus dem hessischen Hanau zur Publizierung der überlieferten Märchen veranlassten, geht das Programm nach: Als junge Männer erlebten die beiden die napoleonische Besetzung mit, eine Zeit also, wie es Jacob Grimm formuliert hat, „wo das eintönige Grau der Schmach und Erniedrigung schwer über Deutschlands Himmel hing“. So wie viele Intellektuelle der eben beginnenden Romantik entdeckten sie die Vergangenheit mit ihren Sagen und Mythen wieder, begeisterten sich für Fantastisches und Märchenhaftes und suchten „Trost und Labung in der Geschichte der deutschen Literatur und Sprache“.

Verbunden wird die Geschichte der Grimm-Brüder und ihrer Märchensammlung mit der Musik ihrer Epoche, die - beginnend mit Beethoven und Schubert und fortgeführt durch Mendelssohn und Schumann – wie die Literatur neue Wege ging, sich von den strengen Formprinzipien der Klassik löste und subjektive Gefühle und Stimmungen in den Vordergrund rückte. .